Nicht viel ist in Europa von der eigentlich sehr guten und nahrhaften Küche Afrikas bekannt – Zimbabwe bildet keine Ausnahme. Die Küche des Landes ist reichhaltig, vielfältig und schmackhaft, und die meisten Gerichte sind relativ kostengünstig. Eine Magenverstimmung aufgrund zu heftiger Würze muss man kaum befürchten, allerdings ist beim Trinken von Wasser Vorsicht geboten.
Gefährliches Essen, gefährliches Wasser
In Zimbabwe kommt es immer wieder zu Choleraepidemien. Die schwere Infektion des Magen-Darm-Traktes wird über das Trink- und Nutzwasser übertragen, weshalb beim Wasser besondere Vorsicht geboten ist. Besucher des Landes sollten nur Wasser aus versiegelten Flaschen (Mineralwasser) zu sich nehmen und darauf achten, dass der Ursprung des Wassers bekannt ist. Auch im Essen kann der Choleraerreger übertragen werden – alles sollte stets gut durchgegart sein und auf unbenutzten, gereinigten Tellern bzw. in Schüsseln serviert werden. Bier kann relativ unbesorgt genossen werden, das in Zimbabwe gebraute Bier entspricht in etwa einem deutschen Lager. Daneben gibt es auch einheimisches afrikanisches Bier mit milchig-trüber Konsistenz, das einen einzigartigen Geschmack hat – aber hierzulande wohl kaum als Bier bezeichnet werden würde. Daneben hat Zimbabwe ausgezeichneten trockenen Weißwein zu bieten.
Nationalgericht
In Zimbabwe gibt es zu jeder Mahlzeit einen Brei aus Maismehl, ähnlich der in Südamerika bekannten Polenta. Dieser Brei wird Sadza genannt und in der Regel mit der rechten Hand gegessen: Man formt kleine Bällchen aus der geschmeidigen Masse, drückt mit dem Daumen eine Mulde hinein und befüllt diese mit der üblicherweise gereichten Gemüsebeilage. Gemüse kann vielfältig sein, und der in Zimbabwe üblicherweise gereichte Eintopf kann aus unterschiedlichen Gemüsesorten bestehen, manchmal enthält er auch Fleisch. Sicher ist, dass keine zwei Köche ihren Eintopf gleich zubereiten – das macht das Gericht so abwechslungsreich. Die Fleischeinlage besteht in der Regel aus Huhn oder Ziege. Als Gemüse dienen Hülsenfrüchte, Kürbis oder Blattgemüse. Diese eher volkstümliche Küche ist weniger in den Restaurants zu finden als vielmehr auf Märkten, in Imbissbuden und bei Gastfamilien. In den Restaurants für westliche Touristen findet man eher Spezialitäten wie Wildgerichte aus Impala oder Krokodilschwanz.
Sadza zum Nachkochen
Normalerweise wird der Mais zusammen mit etwas Salz und wenig Wasser im Mörser zerstoßen. Ist eine einheitliche Masse entstanden, wird das Ganze unter Zugabe von mehr Wasser eingekocht. Allerdings kann man den Brei auch tatsächlich wie eine Polenta zubereiten: Dazu wird helles Maismehl in leicht gesalzenem Wasser aufgekocht und solange unter Rühren eingekocht, bis eine zähe Masse entsteht, die sich in etwa mit einem festen Knödelteig vergleichen lässt. Das dauert in der Regel eine halbe Stunde, manchmal länger.